Sternenwege – Ein kosmisches Gongkonzert
Sternenwege – Ein kosmisches Gongkonzert
Samstag, 7. März 2026, 17 Uhr
Johann-Hinrich-Wichern-Kirche, Lübeck
Eintritt frei – Spende willkommen
Die Johann-Hinrich-Wichern-Kirchengemeinde Lübeck lädt am Samstag, den 7. März 2026, um 17 Uhr zu einem außergewöhnlichen Konzert ein. Zur Aufführung kommt das Werk „Sternenwege“ von Moritz N. Jansen. An der Orgel wirkt Sven Fanick mit.
Im Mittelpunkt des Abends stehen die Gongs als eigenständige, kompositorisch geführte Tonträger. Sie werden nicht als bloße Schlaginstrumente oder als atmosphärisches Beiwerk eingesetzt, sondern übernehmen melodische, formbildende und strukturelle Aufgaben. Jansen arbeitet mit klar definierten Tonhöhenbezügen, motivischen Keimzellen und deutlich erkennbaren melodischen Gestalten, die aus den physikalischen Eigenschaften der Instrumente entwickelt werden.
Die Orgel erweitert dieses Material durch weit gespannte Flächen, harmonische Verdichtungen und kontrapunktische Bezüge. Röhrenglockenspiel und andere Percussionsinstrumente werden gezielt zur Artikulation, Gliederung und rhythmischen Präzisierung eingesetzt. Alle musikalischen Ebenen sind streng aufeinander bezogen und Teil einer durchkomponierten Gesamtform.
Das Werk ist in sechs Sätze gegliedert: Orion, Lyra, Cassiopeia, Cygnus, Andromeda und Pegasus. Jeder Satz bildet eine eigenständige kompositorische Einheit mit spezifischem melodischem Material, charakteristischer Instrumentation und klarer formaler Entwicklung. Die Bezugnahme auf Sternbilder dient dabei nicht einer illustrativen Darstellung, sondern fungiert als struktureller und formaler Ordnungsrahmen.
Moritz N. Jansen versteht „Sternenwege“ als eine konsequent durchgearbeitete Komposition, in der Bewegung, Ruhe und räumliche Wahrnehmung musikalisch organisiert werden. Dichte Schichtungen, mikrotonale Verschiebungen und fließende Übergänge ergeben sich aus der logischen Fortführung des motivischen Materials. Der Dialog zwischen Gong, Orgel sowie Röhrenglockenspiel und anderen Percussionsinstrumenten bildet ein geschlossenes musikalisches Kontinuum mit klarer innerer Ordnung.
Jansen ist ein avantgardistischer Komponist, der seit vielen Jahren neue Spiel- und Notationsformen für den Gong entwickelt. Seine Arbeiten lösen das Instrument konsequent aus einer rein rhythmischen oder atmosphärischen Verwendung heraus und zeigen es als melodiefähigen, präzise kontrollierten Bestandteil zeitgenössischer Komposition. Dabei steht stets die kompositorische Struktur im Vordergrund, nicht ein freies oder improvisatorisches Konzept.
Mit „Sternenwege“ erweitert Jansen diesen Ansatz zu einer kammermusikalisch-orchestralen Konzeption. Gongs unterschiedlicher Größe und Stimmung stehen in einem sorgfältig austarierten Verhältnis zueinander und treten in einen strukturierten Austausch mit Orgel sowie Röhrenglockenspiel und anderen Percussionsinstrumenten. Der Kirchenraum wird bewusst als akustische Gegebenheit in die kompositorische Planung einbezogen.
Das Publikum erwartet ein konzentriertes Hörerlebnis zeitgenössischer Musik, geprägt von formaler Klarheit, differenzierter Instrumentalbehandlung und hoher struktureller Stringenz.
Der Eintritt ist frei. Eine Spende ist willkommen.
Komponisten / Werk
Mitwirkende (Instrumentalsolisten)
Sven Fanick | Orgel